von Lisa
Am letzten Wochenende fand in Himbergen/Strothe ein Praxiskurs bei Babette statt. Leider über 400 km weit weg von mir zu Hause, aaaber praktischerweise nur 15 km entfernt von einer guten Freundin. 😁 Das mussten wir nutzen!
Ich war zugegebenermaßen etwas aufgeregt, schließlich ist es schon etwas Besonderes, die Trainerin persönlich zu treffen, deren Kurse man vor 5 Jahren entdeckt und seitdem immer wieder danach gearbeitet hat, deren Mitgliederbereich in kurzer Zeit so sehr gewachsen ist und deren virtuelle Tipps schon so viel zum Positiven verändert haben. 🥹
Meine Aufregung hätte überhaupt nicht sein müssen. Die ganze Atmosphäre im Kurs war von Beginn an total locker, freundlich und wertschätzend – eben genau so, wie man Babette bisher virtuell kennengelernt hat.
Auch, wenn ich schon viele Onlineseminare gesehen habe und ja auch in den Sprechstunden immer wieder Tipps gegeben werden, war es nochmal etwas ganz anderes, die Interaktionen direkt zu beobachten. Babette hat die Zuschauer immer in die Blickschulung mit einbezogen und die Bewegungen der Pferde beurteilt, ohne zu werten. Allein dadurch habe ich mir schon sehr viel mitnehmen können und meine Freundin hat einige Seiten in einem Notizbuch gefüllt. Ich fand es beeindruckend zu sehen, wie Babette jedes Mensch-Pferd-Paar vor der Einheit in einem kurzen Gespräch nach den wichtigsten „Eckdaten“ gefragt und die beiden dann genau dort abgeholt hat, wo sie ganz leicht in die Arbeit nach dem Longenkurs einsteigen konnten, egal ob sie vorher schon danach gearbeitet hatten oder nicht.
Es waren die unterschiedlichsten Mensch-Pferd-Teams dabei. Ein Shetty, das nicht traben wollte; ein Haflinger, der im Trab Probleme mit der Losgelassenheit hatte; ein einäugiges Pferd mit Scheu vor Dualgassen; ein Spanier, der in seinen 10 Jahren schon die Rollkur eingetrichtert bekommen hatte und eine Stute, der es schwer fiel, „mal langsam“ zu machen. Bei jedem der Pferde war schon in der 2. Einheit des ersten Tages eine deutliche Verbesserung zu sehen, das war unglaublich spannend zu beobachten und für keines der Pferde gab es ein Schema F. Jedes wurde individuell begleitet, sodass es für sich die besten Lerneffekte haben konnte.
Das kleine Shetty wurde innerhalb der ersten Einheit spontan zum Clicker-Shetty ausgebildet. Es hatte das Prinzip superschnell verstanden und so konnte seine Besitzerin es am Ende des 2. Tages mithilfe einer quergelegten Dualgasse sogar zu einem kleinen Galopp motivieren, bei dem ein kleiner Freudenhüpfer dabei war.
Ohne Druck, rein über positive Verstärkung und ehrliche Freude über den Hauch eines richtigen Gedanken bei dem Pony. Und das, wo das es in der ersten Einheit nicht einmal antraben wollte! Es war so schön zu sehen, wie stolz das Kleine am Ende war!
Der Spanier, für den bisher oft die einzige Lösung ein Einrollen gewesen ist, lernte innerhalb der 3 Einheiten immer mehr, die Nase nach vorne herauszulassen und die Oberlinie zu öffnen. Ich fand, dass man am zweiten Tag sogar schon sehen konnte, dass sein Rücken irgendwie „länger“ und nicht mehr zusammengezogen wirkte.
Das einäugige Pferd hatte anfangs Schwierigkeiten, mit der blinden Seite nach innen zu gehen, erschreckte sich öfter vor den Dualgassen, die dann beim Handwechsel oder einem kurzen Kopfwenden nach innen scheinbar „plötzlich“ aus dem Boden auftauchten. Auch dieses Misstrauen wurde deutlich besser und man konnte in seiner Laufmanier irgendwann kaum noch einen Unterschied ausmachen, ob nun die blinde oder die sehende Seite innen war. Sogar ein Handwechsel im Trab klappte zum Abschluss ganz flüssig und weich.
Die schwarze Stute, die zur Eile neigte, wurde ganz geduldig an den Dimmer gewöhnt mithilfe der Peitsche, der Stimme und zu Anfang auch der Bande als physische Bremse. Später brauchte es nur noch das Stimmsignal, damit sie aus dem selbst angebotenen Trab entspannt zurück in den Schritt fiel. Den Schritt selbst konnte sie von Mal zu Mal besser „aushalten“ und sich hier auch immer öfter etwas fallen lassen.
Die Haflingerstute brachte leider ein kleines physisches Problem mit, das am ersten Tag nur als leichtes Ticken wahrzunehmen war, am zweiten Tag dann aber eine deutlichere Lahmheit war. Auch auf dieses Problem wurde sinnvoll eingegangen: statt den Kurs für dieses Pferd zu beenden, gab Babette Tipps zu möglichen Ursachen und zu passenden Diagnostikwegen. Außerdem zeigte sie dann in ganz ruhigem Tempo die korrekte Hilfengebung für leichte Seitengänge wie Schultervor und Schulterherein – alles nur angedeutet, um die Lahmheit nicht weiter zu triggern, aber trotzdem mit viel Input für die beiden Schwestern, die sich das Pferd teilten.
Ich glaube, besonders eine der beiden Schwestern profitierte während des gesamten Kurses von der Ruhe und Geduld, mit der Babette allen Teilnehmerinnen begegnete. Sie hatte in jüngster Vergangenheit einen ganz blöden Moment mit der Stute erlebt und mit echter Angst zu kämpfen, weil ihr Kopfkino sehr aktiv war. Nachdem sie die Geschichte aber grob erzählt und dabei auch eine Träne verdrückt hatte, war ihr (wie ich fand) doch schon ein Stückchen Last abgenommen. Sie wirkte in der Einheit am nächsten Tag gleich etwas befreiter und schien neues Vertrauen gewonnen zu haben – zu sich selbst, zu ihrem Pferd und zu Babette als Trainerin, die die kleinen Zeichen des Pferdes quasi „übersetzte“ und so dazu beitrug, dass die Besitzerin ihr Pferd wieder besser lesen und die „Brille des Traumas“ allmählich ablegen konnte. So war auch für dieses Paar in der letzten Einheit ein ganz entspanntes Longieren durch den Slalom möglich, sogar in lockerem Trab, ganz ohne Druck, Hektik oder Angst. (Allein die Tatsache, dass eine Teilnehmerin sich traut, eine so persönliche Geschichte in einem Kurs vor Zuschauern zu erzählen, zeugt von der positiven Atmosphäre dort.) Und eine kleine Sichtkontrolle des Westernsattels mit super verständlichen Erklärungen zum richtigen Schwerpunkt war auch noch drin, während derer wir als Zuschauer auch einfach hinter die Absperrung kommen durften, um alles besser zu sehen.
Also, falls jemand bis hierher durchgehalten hat 😉: Es lohnt sich unbedingt, einen Praxiskurs bei Babette zu besuchen! Auch (oder vielleicht erst recht), wenn man bisher eher stilles Mitglied ist und noch nicht so ganz weiß, ob diese Art der Arbeit zu einem selbst und seinem Pferd passt oder nicht. Es ist in echt nochmal so viel besser, man kann sich auch von den anderen Teilnehmern sehr viel für sich selbst mitnehmen und allein die Atmosphäre ist es schon wert, sich einen Kurs live anzuschauen. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass jemand danach nicht so mit seinem Pferd arbeiten möchte. 🥰
Für mich als „Fan“ war natürlich das persönliche Kennenlernen mit @Babette mein Highlight. 😉 Danke für deine Arbeit mit so viel Ruhe, Verständnis und Flexibilität – es sollte viel mehr Pferdetrainer geben, die diese Werte in der Pferdewelt verbreiten.
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Mein Name ist Babette Teschen. Ich arbeite als Pferdetrainerin und engagiere mich im Tierschutz. Ich lebe in Niedersachsen, bin aber mit meinem Wohnmobil im ganzen Land unterwegs. Mehr über mich finden Sie
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