Mariscal – mein Nachruf und Danke an mein wunderbares Pferd

Gepostet von am 18. Januar 2018

Mariscal – mein Nachruf und Danke an mein wunderbares Pferd

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Winter 2010 musste ich die schwere Entscheidung treffen, mein Pferd Mariscal einschläfern zu lassen.

Mariscal hatte mich 14 Jahre lang begleitet und er hat mich mehr über Pferde und vor allem über mich selbst gelehrt, als alle menschlichen Trainer, die ich bisher hatte, zusammen.

Unsere gemeinsame Geschichte

Ich kaufte Mariscal kurz nach der Geburt meiner Tochter Lena von einer Züchterin. Mariscal war gerade fünf geworden und kam frisch aus einer dreimonatigen Grundausbildung bei einem Trainer, der auf peruanische Pasos spezialisiert ist. Später sollte ich erfahren, wie dieser Beritt und die damit einhergehende „Ausbildung“ aussah und muss sagen, dass es für mich der Inbegriff der Ausübung von psychischer Gewalt gegen Pferde geworden ist. Ich habe in diesem Blog darüber geschrieben.

Beim Probereiten machte ich mir fast in die Hose vor Angst, denn damals war ich noch komplett in meinem Angstthema und er war schon ein temperamentvolles, etwas nervöses Pferdchen. Doch da ich meinen damaligen Trainer zur Seite hatte und er mir versprach, mir mit der weiteren Ausbildung zu helfen, entschied ich mich trotz meiner Angst dazu, Mariscal zu kaufen.

Mariscals Krankengeschichte

Allerdings riet mir mein Trainer, der mit zur Pferdebesichtigung kam, aus einem anderen Grund vom Kauf ab. Schon damals war Mariscal sehr stark durchtrittig, so dass er in der Bewegung mit den Fesselköpfen der Hinterbeine bis fast auf den Boden kam. Auch die Stellung der Vorderbeine war alles andere als gut, aber wer schon mal versucht hat einer Frau, die die rosarote Brille aufhat, etwas auszureden oder mit Vernunft zu kommen, kann sich vorstellen, wie groß die Erfolgsaussichten meines Trainers waren 😉 . Natürlich kaufte ich Mariscal trotzdem.

Nach vier Jahren erkrankte Mariscal plötzlich sehr schwer. Er hatte große Schmerzen, konnte nicht mehr gehen und entwickelte riesige Ödeme am Präputium und am Unterbauch. Das Blutbild zeigte eine starke Anämie und weitere drastische Abweichungen von den Normwerten. Zwei Tierärzte rieten mir sogar zum Einschläfern. Die Verdachtsdiagnosen reichten von akuten Nierenversagen bis hin zum Prostatakarzinom. Da mir aber keiner sagen konnte, was mein Pferd wirklich hatte und ich die Hoffnung hatte, dass er wieder gesund wird, habe ich ihn nicht aufgegeben und Mariscal erholte sich langsam.

Hier ein Bild von Mariscal, als es nach dem ersten schweren Krankheitsschub endlich wieder bergauf ging:

Ein paar Monate später ging es ihm wieder so gut, dass ich ihn sogar wieder reiten konnte. Doch es folgte ein zweiter Schub mit derselben Symptomatik. Zum Glück nicht so ganz so schlimm wie beim ersten Mal und auch diesmal wurde es wieder „gut“.

Zwei Jahre später begann Mariscal zu lahmen und die Tierärzte diagnostizierten einen Schaden am Fesselträger. Mariscal wurde operiert und musste anschließend fast 9 Monate stehen. Alle „kleinen“ Krankheitsschübe und Wehwehchen aufzuschreiben würde den Rahmen hier sprengen. Mariscal war ewig mit irgendwas beschäftigt. Er war oft in einem gesundheitlichen schlechten Zustand, aber auch oft wieder soweit gut, dass er mit viel Lebensqualität leben konnte. Und das war für mich immer der entscheidende Punkt. Für mich war nicht entscheidend, dass ich Mariscal reiten und „arbeiten“ konnte. Ich wollte nur, dass er lebt und das mit Qualität.

Die letzten fünf Jahre gab es besonders in den Monaten April/Mai immer eine Phase, in der es Mariscal sehr schlecht ging. Nach dem Aufstehen konnte er kaum gehen. Er stand mit dem Vorderbein scharrend auf einem Fleck und wenn er dann endlich losging, lahmte er stark. Sehr oft stand ich an dem Punkt, an dem ich mich fragen musste: Ist es an der Zeit Mariscal einschläfern zu lassen? Immer wieder wurde mir dazu geraten, aber alles in mir sagte „Nein!“.

Mittlerweile stand der nicht von der Hand zu weisende Verdacht im Raum, dass Mariscal unter der seltenen Stoffwechselerkrankung DSLD litt. Sein Zustand war in den schlechten Zeiten zum Gotterbarmen schlecht, aber er hatte sich genauso oft wieder berappelt. Es gab also immer die Hoffnung, dass er nach einer schlechten Phase auch wieder eine schöne, schmerzfreie Zeit haben würde. Und solange ich diese Hoffnung hatte, konnte ich den Schritt, mein Pferd töten zu lassen, nicht gehen.  Und so überstanden wir die schlechten Phasen mit hochdosierten Gaben von Schmerzmitteln.

Ich versuchte Mariscal auf allen Ebenen zu therapieren und es gibt wohl kaum eine Behandlung, die Mariscal nicht bekommen hat. Die Bandbreite ging über die klassische Schulmedizin, über alle möglichen alternative Behandlungsformen (Homöopathie, Akupunktur uvm.), bis hin zu Reiki und Geistheilung.

Mindestens die Hälfte seiner Zeit bei mir war Mariscal durch seine vielen Baustellen nicht „nutzbar“. Er hat mir ohne Ende Sorgen gemacht, mich viele Tränen, Nerven, schlaflose Nächte und Geld gekostet.

Mariscal, ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, aber du warst auf der körperlichen Ebene ein echtes „Montagspferd“.

Zu Beginn des Winters 2010 fing Mariscal nun an, immer stärker hinten links zu lahmen. Lahmheit war bei Mariscal ja ein Dauerthema. Dieses Lahmen wurde aber immer schlimmer und so ließ ich Mariscal röntgen. Die Bilder zeigten eine starke Veränderung im Sprunggelenk. Die Knochenauflösung war so groß, dass ich nun schwarz auf weiß sah, dass hier keine Besserung mehr zu erwarten ist. Selbst wenn eine Behandlung durch wochenlanges ruhiges Stehen in der Box und aufwendiger Therapie eventuell noch eine Erfolgsaussicht gehabt hätte, wären immer noch die anderen kranken Beine und die Grunderkrankung da gewesen. Nein, ich wollte Mariscal nicht wieder die Boxenhaft und noch mehr Schmerzen zumuten. Das erste Mal sagte mein Bauchgefühl mir: „Ja, es ist an der Zeit mein Pferd einzuschläfern.“ Und so führte ich Mariscal am 09.12.2010 hinüber auf die immergrüne Wiese. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Entscheidung an diesem Punkt so klar war.

Mariscals Wesen

Auf Mariscal passten zwei Adjektive: Stolz und Stärke.

In den Phasen, in denen es ihm gut ging, war er der Boss unserer Herde und das zeigte er in Machomanier deutlich und gerne. Er liebte es, wild mit dem Kopf schlagend und mit den Vorderbeinen aufstampfend andere Pferde zu beeindrucken.

Er konnte auch eine Arroganz ausstrahlen, wie ich sie bei Pferden noch nicht erlebt habe. Wenn ich etwas von ihm wollte und das seiner Meinung nach nicht gut erklärt hatte, es unter seiner Würde war oder ich versucht hatte, es auf „falschen“ Wegen zu erreichen, hatte er mich gerne mal richtig auflaufen lassen. Er konnte dann arg nachtragend sein und mir deutlich die eiskalte Schulter zeigen.

Wir gingen unterschiedliche Wege zusammen, einige stellten sich als Sackgassen heraus

Mariscal musste mit mir einiges mitmachen. Ich lernte verschieden Ausbildungswege kennen, die ich natürlich ausprobieren musste. Und so „jointe“ ich ihn im Round Pen, schlenkerte lange Stricke, verpackte ihn in Beinlongen und auch die verschiedensten Hilfszügelkonstruktionen fanden den Weg an seinen Körper.

Für vieles, was ich im Laufe der Zeit mit Mariscal angestellt habe, schäme ich mich heute sehr. Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen: Ich wusste es nicht besser. Die Ziele und Absichten dahinter waren gut. Nur der Weg war oftmals bescheiden und für uns falsch.

Viele schöne Erinnerungen verbinden mich für immer mit ihm

Zum Glück überwiegen aber die vielen wunderschöne Erinnerungen von Erlebnissen, die wir zusammen hatten. Wir erlebten viele herrliche gemeinsame Ausritte und auch ein paar Wanderritte.

Wir hatten unsere geliebten Knatterstrecken, auf denen wir volles Tempo die Hügel hochjagten und manchmal ritt ich ihn nur mit einem Halsring ausgestattet aus. Als meine Tochter Lena drei Jahre alt war, ritt sie Mariscal alleine und ich hatte keine Bedenken dabei. Ich vertraute ihm hierbei voll und ganz.

Meine Fehler

Ich kann mich an viele Szenen erinnern, in denen ich falsch reagiert, gehandelt und in denen ich falsche Wege eingeschlagen habe. Mariscal musste diese Fehler ausbaden, er musste darunter leiden. Dafür konnte ich ihn nur nachträglich um Verzeihung bitten, was ich auch gemacht habe. Rückblickend kann ich aber auch das Positive darin sehen, dass ich diese Fehler an ihm begehen durfte, denn ich habe so viel Wichtiges daraus lernen dürfen. Keiner von uns will Fehler machen. Aber wir alle machen welche. Wenn wir daraus lernen, waren sie aber nicht sinnlos.

Wir haben uns auch teilweise heftig gestritten. Nicht immer blieb ich dabei fair. Oft war ich enttäuscht, weil ich mit ihm nicht das machen konnte, was ich gerne wollte. Dabei war ich doch aber selbst Schuld gewesen: Warum z.B. kaufte ich mir bitte ein Gangpferd und war dann enttäuscht darüber, dass die Seitengänge im Trab nicht klappten?

Mariscal und die Losgelassenheit

Das große Thema in jeder Reiteinheit war bei Mariscal der Mangel an Losgelassenheit. Als peruanischer Paso hatte er die starke Veranlagung zum Tölt. Ich wollte aber dennoch ein Pferd, welches in jeder Gangart, also auch im Trab, rund über den Rücken geht. Mariscal dazu zu bringen den Unterhals locker zu lassen und den Rücken aufzuwölben, war lange nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.

Mein erster Trainer fuhr die Strategie des „Durchkommens“. Ich sollte mit beiden Händen immer wieder starke Paraden geben, um Mariscal das „Dagegen-angehen“ abzugewöhnen. Oje! Feine Hilfengebung und Vertrauensaufbau zur Reiterhand sehen wahrlich anders aus! Armer Mariscal. Es tut mir leid, dass ich das mit dir gemacht habe…

Da mir der Weg nicht gefiel, wechselte ich den Trainer. Auch unser neuer Lehrer versuchte mit uns verschiedene Strategien, um Mariscal zum Loslassen zu bewegen. Zuerst probierten wir über das einseitige Anheben der inneren Hand und über Halsbiegung, den Unterkiefer zu mobilisieren, dadurch dann das Genick zu entspannen und so das Loslassen des Kopf-Armmuskels zu erreichen. Aber Mariscal als Gangpferd konnte super gut im spannigen Tölt mit gebogenem Hals laufen! Die Nase nahm er deswegen noch lange nicht runter.

Als nach etlichen Reiteinheiten abzusehen war, das dieser Weg bei Mariscal nicht den Durchbruch bringen wird, probierte der Trainer eine andere Technik. Nun sollte ich die Zügel kurz nehmen und meine Hände auf den Hals fixieren und treiben, treiben, treiben… Meine Hände sollten quasi den Ausbinder darstellen und Mariscal den Druck im Maul irgendwann nachgeben. Puh! Dieses Reiten fühlte sich einfach  nur schrecklich an! Mir taten die Schultern weh, ich war total verkrampft. Und Mariscal hielt sich fest und fester. Wie muss es ihm erst ergangen sein ? Ich mag es mir nicht vorstellen.

Nein, so wollte ich auch nicht reiten und so brach ich auch diesen Weg und diesen Reitunterricht ab.

Die Lösung fand ich am Boden

Der Weg, der uns dann wirklich weiterbrachte, war der Weg über die klassische Handarbeit und die Longenarbeit. Vieles was Sie heute an Erfahrungen und Tipps, besonders über die Arbeit mit Gangpferden in meinem Blog oder in unseren Kursen, insbesondere im Longenkurs lesen, verdanke ich meinen Lernweg mit diesem schwierigen Reitpferd. Ich danke dir dafür Mariscal!

Mariscal und seine Antwort auf Druck

Ja, ich gebe es zu: in mir steckte die profane Sehnsucht nach Anerkennung und Bewunderung von meinen Mitmenschen. Auch wenn ich nie Lust auf die Teilnahme an Turnieren und Wettkämpfen hatte, so zeigte ich doch gerne, was mein tolles Pferdchen und ich so konnten. Ich machte mit Mariscal Zirkuslektionen, Freiheitsdressur, Halsringreiten und anderes mehr.

Wir machten ein paar Jahre hintereinander bei T.A.G.D. mit, einer Veranstaltung für amerikanische Gangpferde.

Rassepräsentation der Peruanischen Pasos bei T.A.G.D.:

Dort ritt ich ein mal eine Vorführung nur auf Halsring gezäumt, wofür ich eine Schleife außer Konkurrenz für die harmonischste Vorstellung erhielt.

Wir traten bei den Lüneburger Pferdetagen auf und füllten mit kleinen Showeinlagen einige Pausen während verschiedenster Veranstaltungen.

Lüneburger Pferdetage:

Ich hatte klare Zielbilder im Kopf, die ich mit Mariscal vorführen wollte: ein schönes Kompliment, ein perfekter spanischer Schritt, das Hinlegen…

Und natürlich kam ich an unsere Grenzen. Bei der einen oder anderen Sache spielte Mariscal nicht so mit, wie ich es von ihm erwartete und wollte. Er ging z.B. sehr gut hinunter ins Kompliment, blieb aber nicht solange unten, wie ich es wollte. Er entschied, wann er wieder aufstand. So thematisierte ich das in einem Kurs Zirkuslektionen. Ich bat den Trainer mir zu helfen, dass Mariscal lernt, solange unten zu bleiben, bis ich das Kommando „Auf!“ gebe. Ich bat den Trainer, Mariscal nicht mit Beinlonge zu zwingen, da ich wusste, wie Mariscal auf diesen Zwang reagiert und wie schlimm das für ihn ist. Der Trainer tat es trotzdem und ich habe es nicht verhindert. Verzeih, Mariscal.

Aus diesem Erlebnis habe ich gelernt, dass ich heute nicht mehr bereit bin, über bestimmte Grenzen zu gehen, um an mein Ziel zu gelangen. Auch wenn in diesem Moment keine echte körperliche Gewalt angewendet wurde,  so haben wir Mariscal aber dennoch gezwungen. Wir haben seiner Psyche Gewalt angetan. Das war nicht fair. Ich erkannte, dass ich so nicht mehr mit Pferden umgehen will. Es gibt andere Wege. Sicherlich dauern die manchmal länger. Und vielleicht finde ich bei manchen Aufgaben den zwanglosen Weg nie. Aber heute habe ich für mich entschieden, dass ich diese Lektionen dann halt nicht fordern muss.

Dann zeigen wir eben kein perfektes Kompliment – was soll´s? Dafür gucke ich nicht in die misstrauischen oder verstörten Augen meines Pferdes. Dafür gehe ich nicht in die Ausübung von physischer Gewalt. Dafür gehe ich nicht über die Bereitschaft meines Pferdes, erzwinge kein Ja welches kein Ja ist.

Heute frage ich mich: Was ist die Anerkennung von anderen Menschen wert gegen das, was ich an Vertrauen und an der Seele eines (meines) Pferdes zerstöre?

Er war der wahre Lehrer

Mariscal war ein grandioser Lehrmeister darin, mir deutlich zu machen, welchen Weg er o.k. oder sogar gut fand und welchen Weg nicht. Er ließ mich gnadenlos auflaufen, wenn ich aus „niederen“ Beweggründen handelte. Er spiegelte meine Erwartungen, meine inneren Bilder. Er zwang mich das eine oder andere Mal dahin zu gucken, wo es für mich richtig unangenehm wurde…

Er zeigte mir wenn es nötig war gepflegt den Mittelhuf und brachte mich an meine persönlichen Grenzen. Und häufig half er mir auch darüber hinweg.

Er machte mir eines ganz deutlich:

Wir Menschen bilden uns ein, wir wären die Lehrer für unsere Pferde. Ja, wir bringen ihnen vielleicht bei einen Reiter zu tragen, uns die Hufe zu geben, auf Kommando „Männchen“ zu machen oder sich hinzuknien. Aber was die Pferde uns beibringen, wie sehr sie uns unterstützen zu wachsen, uns zu entwickeln, ist so viel mehr.

Ich denke, ich habe Mariscal in den 14 gemeinsamen Jahren einiges beigebracht. Vieles hat ihm sicherlich das Leben in der von Menschen bestimmten Welt einfacher gemacht und vieles hat ihm in seiner Körperlichkeit verbessert. Ich denke, ich konnte einiges dazu beitragen, dass er sich selbst und einen Reiter besser tragen konnte und dass er eine bessere Balance, Haltung und Muskulatur entwickeln konnte.

Auch konnte ich ihm beibringen, mit seinen Ängsten besser umzugehen. Die anderen Dinge die ich ihm beigebracht habe, hatten für ihn wohl kaum großen Wert oder Nutzen. Manches hat ihm sichtlich Spaß gemacht, wie z.B. der spanische Schritt. Den hat er so geliebt und ihn immer wieder auch ungefragt mit leuchtenden Augen ausgeführt.

Andere Dinge hat er zwar gemacht, aber eigentlich waren sie unter seiner Würde und er hat sie nur gemacht um mir zu gefallen, einen Keks zu bekommen oder um zu gehorchen (des lieben Friedens wegen 😉 ).

Von Mariscal habe ich gelernt, viel sensibler auf die Aussagen von Pferden zu hören. Ich habe gelernt, mein Ego hinten an zu stellen und dass nur eines wirklich wichtig ist: Die Qualität unserer Beziehung zu den Pferden.

Ich habe gelernt, den Fehler bei Misslingen bei uns Menschen zu suchen. Ich habe gelernt kleinschrittig vorzugehen und zu hinterfragen, ob die Pferde überhaupt körperlich und geistig bereit sind für das, was wir von ihnen verlangen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, wie schal der Sieg schmeckt wenn wir uns einem „Nein“ des Pferdes gegenüber durchsetzen.

Ich habe gelernt, dass es meine Emotionen sind die von den Pferden gespiegelt werden, meine Erwartungen, meine Enttäuschungen. Und ich habe gelernt, dass ich bei mir ansetzen muss,  um in einen guten Kontakt zu meinem Pferd zu kommen.

Das, was ich von Mariscal gelernt habe, hat nicht nur Einfluss auf meine Arbeit und meinen Umgang mit Pferden. Das geht viel weitreichender, geht so viel tiefer. Mariscal war definitiv der bessere Lehrer von uns beiden.

Ich bin mir sehr sicher, dass ich ohne dieses Pferd heute nicht da sein würde wo ich jetzt stehe. Ohne die Probleme, die ich mit Mariscal hatte, ohne die Fehler die ich mit ihm gemacht habe, hätte ich wahrscheinlich noch andere Grundüberzeugungen und würde wahrscheinlich auf anderen Wegen wandeln. Wahrscheinlich würde es den Longenkurs und den Aufbaukurs in dieser Form, wie es sie heute gibt, nicht geben. Wahrscheinlich würde ich heute noch ganz anderes im Umgang mit Pferden lehren. Dieses Pferd hatte einen großen Einfluss auf mein Leben. Er hat vieles in eine gute Richtung bewegt, die sich für mich einfach richtig anfühlt.

Deswegen, mein wunderschöner, toller Mariscal, möchte ich dich um Verzeihung bitten für meine Fehler und dir danken für alles, was du mir gezeigt und beigebracht hast. Du hast einen tollen Job gemacht hier auf der Erde und du wirst Lena, Katrin, Annika und mir sehr fehlen!

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